Einsatzgeschehen - Feuerwehr Kröppelshagen-Fahrendorf

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Einsatzgeschehen

Chronik



Neben sehr vielen „alltäglichen“ Einsätzen hat sich unsere Feuerwehr in den letzten 75 Jahren auch an einer Vielzahl von besonderen, teilweise tragischen Einsätzen behaupten müssen. Manche sollen hier nur kurz erwähnt werden, auf andere, jüngere Einsätze der letzten Jahre möchten wir (noch einmal) ein wenig näher eingehen.

Einer der spektakulärsten Einsätze, die wir während des Krieges und unserer jungen Geschichte miterleben mussten, waren zweifelsohne die Löscharbeiten am kurz vor Kriegsende bombardierten Schloss Friedrichsruh (29.04.1945).

Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts waren die Einsätze durch Brände aller Art gezeichnet. Meistens waren es Scheunen oder ganze Höfe, die ein Opfer der Flammen wurden. Mit zunehmender Motorisierung verlagerte sich der Einsatzschwerpunkt in den 70er und 80er Jahren immer mehr hin zu Verkehrsunfällen und Hilfeleistungen. Endeten viele Verkehrsunfälle in diesen Jahren mit schwersten Verletzungen oder dem Tod der Fahrzeuginsassen, ist heute erfreulicherweise ein Rückgang dieser Verletzungen durch die immer weiterentwickelten Sicherheitssysteme in den Fahrzeugen zu verzeichnen.

Aber auch die Zahlen der Großfeuer gehen erfreulicherweise immer weiter zurück. Seit 1992 blicken wir nunmehr auf drei Großbrände zurück:

Im Juli 1992 brannte das Dampfsägewerk Friedrichsruh in voller Ausdehnung, 1994 wurde nachts die Scheune des Landwirtes Jarms aus Fahrendorf ein Opfer der Flammen. Im selben Jahr brannte dann noch der Dachstuhl des Restaurants am Riesenbett in Dassendorf.

Um aber dennoch einen kurzen Einblick in unser Einsatzgeschehen und die Einsatzvielfalt zu geben, hier ein paar Einsätze der letzten Jahre, auf die wir ein wenig näher eingehen möchten.

Ende März 2000 wurde auf der L208 zwischen Kröppelshagen und Aumühle eine Joggerin in der Dämmerung von einem Auto erfasst. Der guten Zusammenarbeit zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Aumühle und uns ist es sicherlich zu verdanken, dass die Joggerin heute noch lebt. Leider konnte ihr Arm im Unfallkrankenhaus Boberg trotz Mikrobiologie nicht mehr gerettet werden.

Der 26. Februar 2001 war der Tag, an dem die Wassermassen nicht nur Kröppelshagen in mehrere große Seen verwandelten, sondern auch unsere Nachbargemeinden heimsuchten.
Für uns begann unsere Einsatztätigkeit morgens um 07.10 Uhr auf dem Parkplatz an Juttas Brötchenshop. Hier stand das Wasser so hoch, dass ein Trafohäuschen fast überflutet wurde und die von uns vorsorglich alarmierte Schleswag feststellen musste, dass uns nur wenige Zentimeter Wasser vom Kurzschluss trennten.
Gleichzeitig alarmierten uns Passanten und teilten uns mit, dass die Gräben an der Heidekoppel die Wassermassen der umliegenden Felder nicht mehr aufnehmen konnten und bereits große Teile der Grundstücke „Land unter“ meldeten.
So waren es schon zwei Einsätze auf einen Streich. Als dann noch ein Verkehrsunfall zwischen Fahrendorf und Escheburg dazukam, bei dem ein VW-Golf durch Aquaplaning im Graben landete, und die Fischteiche an derselben Straße überliefen, mussten wir improvisieren. Kurzerhand wurde das Tanklöschfahrzeug, das sich zu diesem Zeitpunkt noch an der Heidekoppel befand, nach Fahrendorf beordert und wurde durch ein grünes Löschfahrzeug ohne Blaulichter der Firma John Deere ersetzt. Hierbei handelte es sich um einen von der Familie Kiehn-Burmester geliehenen Traktor, der für den Rest des Tages mit unserem Anhänger ausgestattet wurde.
Nachdem weitere Überflutungen aus dem Wohltorfer Weg und anderen Straßen gemeldet wurden, „übernahm“ die FF aus Escheburg den Parkplatz und wir kümmerten uns um die weiteren Einsätze. Als Ausgleich für diese Nachbarschaftshilfe unterstützten wir von 13.30 Uhr an die Escheburger an der B5. Hier war der Teich an der Straße nach Fahrendorf übergelaufen und hatte beide Fahrspuren der Bundesstraße in eine Wasserstraße verwandelt. Selbst unter vereinten Pumpenkräften wurden wir nicht Herr der Lage und die Escheburger alarmierten noch zusätzlich die Feuerwehren aus Börnsen, Wentorf, Geesthacht und Dassendorf. Die B5 wurde bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt.
Als abends der Sturm einsetzte waren wir schon gut 12 Stunden ununterbrochen im Einsatz, aber es sollte noch lange nicht Feierabend sein. Umgestürzte Bäume im Hünenweg und in der Heidekoppel mussten beseitigt werden, auf der L208 Richtung Aumühle fuhr ein PKW gegen einen umgestürzten Baum, in Escheburg-Voßmoor verunfallte ein weiteres Fahrzeug und im Frachtweg musste das Dach eines Hauses gesichert werden.
Nach 21 Stunden und 11 gefahrenen Einsätzen rückten wir kurz nach 04.00 Uhr morgens am 27. Februar wieder ein.
Um 09.00 Uhr wurden wir zu unseren nächsten Einsätzen alarmiert, zwei Keller in der Dorfstraße und am Sachsenwald wollten gelenzt werden, und wieder einmal fuhren wir zur Heidekoppel wo ein Baum umgestürzt war und von einem Haus aufgehalten wurde. Nach einigen Stunden Ruhe dann gegen 17.00 Uhr der letzte Einsatz: einmal wieder ein Keller, diesmal in der Emil-Duborg-Kehre.

Am 17.08.2002 wurden wir, neben mehreren anderen Wehren des Amtes, nach Lauenburg zur Deichsicherung gerufen. Gegen 18.30 Uhr trafen wir uns mit den anderen Feuerwehren in Wiershop und fuhren in einer Kolonne nach Lauenburg. Hier wurden wir (gut 100 Mann) zur Sicherung eines Deiches eingesetzt. Gegen 01.00 Uhr morgens hatten wir den Deichabschnitt gesichert, 500m Folie ausgelegt, mehrere 1000 Sandsäcke verteilt, waren von genauso vielen Mücken zerstochen worden und durften den Weg nach Hause antreten. Zehn unserer Kameraden wurden für diesen Einsatz mit dem Flutschutzehrenabzeichen des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Am Samstag, 15.02.03 wurden wir gegen 17.00 Uhr von der Leitstelle in den Hünenweg zu einem Einfamilienhaus gerufen, in dem der Keller bis unter die Decke mit Wasser vollgelaufen war. Die Besitzer waren ausgezogen und hatten den Defekt in der Leitung nicht eher bemerkt. Demzufolge mussten wir und unsere Pumpen in den nächsten fünf Stunden Herr über ca. 250.000 Liter Wasser werden.

Am 18.07.2003 löste die Kreisleitstelle in Ratzeburg um 17.00 Uhr Alarm für die Feuerwehr in Escheburg aus. Einsatzort war das Naturschutzgebiet Besenhorster Sandberge, auf dem es aufgrund der anhaltenden Trockenheit zu einem Flächen- und Waldbrand kam. Kurz darauf wurde auch die Feuerwehr Geesthacht alarmiert.
Nachdem sich Fahrzeuge aufgrund ihres Gewichtes und dem weichen, sandigen Boden trotz Allrad und Differentialsperre bereits festgefahren hatten, wurde ab 20.00 Uhr auch ein Radlader zum Befestigen der Wege eingesetzt.
Gegen 22.30 Uhr war das Feuer gelöscht und wir konnten wieder einrücken.

Am 29.01.04 wurden wir wegen einer Ölspur alarmiert, die sich von der Escheburger Schule bis zur Kirche in Kröppelshagen zog. Bei Schnee, Schneeregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt benötigten die Feuerwehr Escheburg und wir knapp 2,5 Stunden und gute 40 Säcke Ölbindemittel um die Spur zu beseitigen.



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